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	<title>Sonderpädagogisches Förderzentrum Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule &#8211; fränkischer.de</title>
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	<description>Online Nachrichten-Magazin für Stadt und Landkreis Ansbach</description>
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	<title>Sonderpädagogisches Förderzentrum Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule &#8211; fränkischer.de</title>
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		<title>Das Herz ist ein besserer Ratgeber als sozialer Druck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion Allgemein]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2018 20:21:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Diakonie Neuendettelsau]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderpädagogisches Förderzentrum Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<div style="margin-bottom:20px;"><img width="1920" height="1285" src="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2018/09/06115931/Ansbach_JHPestalozzischule_KinderZusammen-e1536228130898.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" /></div>Schon bei der Geburt ihrer Zwillinge erfuhr Bettina Ortner-Laczi, dass es &#8222;Probleme geben wird&#8220;. Trotzdem besuchten ihre Tochter und ihr Sohn einen Regelkindergarten. In der Schule trennten sich die Wege. W&#228;hrend ihre Tochter in eine normale Grundschule geht, kam der heute neun Jahre alte Leon auf die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule der Diakonie Neuendettelsau in Ansbach. Leon geht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="margin-bottom:20px;"><img width="1920" height="1285" src="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2018/09/06115931/Ansbach_JHPestalozzischule_KinderZusammen-e1536228130898.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" loading="lazy" /></div><p><strong>Schon bei der Geburt ihrer Zwillinge erfuhr Bettina Ortner-Laczi, dass es &bdquo;Probleme geben wird&ldquo;. Trotzdem besuchten ihre Tochter und ihr Sohn einen Regelkindergarten. In der Schule trennten sich die Wege. W&auml;hrend ihre Tochter in eine normale Grundschule geht, kam der heute neun Jahre alte Leon auf die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule der Diakonie Neuendettelsau in Ansbach.</strong></p>
<p>Leon geht in die zweite Klasse, ist aber schon im dritten Schuljahr, denn im Sonderp&auml;dagogischen F&ouml;rderzentrum haben die Kinder drei Jahre Zeit f&uuml;r das Programm der beiden ersten Klassenstufen. Bettina Ortner-Laczis Tochter beneidet Leon sogar manchmal und findet es schade, dass nicht jedes Kind die Chance hat, so zu lernen.</p>
<p>F&uuml;r Ortner-Laczi war die Entscheidung f&uuml;r die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule nie ein Problem: &bdquo;In den fast drei Jahren habe ich noch nie geh&ouml;rt, dass Leon nicht in die Schule gehen will&ldquo;. Er macht seine Hausaufgaben und kann den Stoff bew&auml;ltigen. &bdquo;Rechnen finde ich cool &ndash; da bin ich gut&ldquo;, meint Leon selbst.</p>
<p>Sabine und Thomas Birkmeier sch&auml;tzen es, dass an der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule keine Pauschalaufgaben gestellt, sondern das Pensum individuell angepasst wird. Mit Hilfe von spielerischen Elementen n&auml;hern sich die Kinder Inhalten wie dem Multiplizieren. H&ouml;chstens 14 Sch&uuml;ler hat ein Lehrer in den Diagnose- und F&ouml;rderklassen zu betreuen, ab der 3. Klasse sind es maximal 17. F&uuml;nf Kinder haben die Birkmeiers und die meisten von ihnen waren oder sind schulisch sehr erfolgreich. Bei ihrem Sohn Kilian aber zeigte sich in der Regelschule, dass er dem Lerntempo dort nicht gewachsen war. Frust und mangelndes Selbstbewusstsein stellten sich ein. Wenn Kinder die Standard-Erwartungen an der Regelschule nicht erf&uuml;llen k&ouml;nnen, seien die Eltern oft selbst mit den Nerven am Ende, ist die Erfahrung der Birkmeiers.</p>
<p><strong>Lernen mit Herz, Hirn und Hand</strong></p>
<p>Ein Test ergab, dass die Johann-Heinrich-Pestalozzischule der richtige Ort f&uuml;r ihn sein k&ouml;nnte. Um Pfingsten des vergangenen Jahres herum fiel die Entscheidung und zum neuen Schuljahr folgte der Wechsel. &bdquo;Er hat sich gut entwickelt und integriert&ldquo;, finden Sabine und Thomas Birkmeier. Aus der Schule, in der sein Selbstbewusstsein neu aufgebaut wurde, erz&auml;hlt er viel und durch die zahlreichen Wiederholungen pr&auml;gt er sich den Lernstoff in seiner eigenen Geschwindigkeit ein.</p>
<blockquote><p>Heute singt und tanzt er gern. &bdquo;Das h&auml;tte er fr&uuml;her nie gemacht&ldquo;, sagt Sabine Birkmeier. &bdquo;Ich bin gl&uuml;cklich, dass wir den Schritt getan haben. Wenn bei einem Kind F&ouml;rderbedarf festgestellt wird, sollten die Eltern sich keine Gedanken machen, ob sie etwas falsch gemacht haben. Jedes Kind ist einzigartig und manche Kinder brauchen ein bisschen mehr Starthilfe als andere. Obwohl unsere anderen Kinder ja alle den normalen Schulweg gegangen sind, hatten wir doch anfangs Zweifel, ob wir bei Kilian etwas verpasst haben. Aber dank der Beratung und Begleitung durch das Team des F&ouml;rderzentrums waren unsere Zweifel schnell beseitigt.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Schulleiterin Ulrike Hahn hat es schon oft erlebt, dass Kinder frustriert von der Regelschule kommen: &bdquo;Bei uns erleben sie sich wieder als jemand, der was kann, der was schafft, der anderen helfen kann&ldquo;. Daf&uuml;r bringen die Sch&uuml;ler ganz unterschiedliche St&auml;rken und Schw&auml;chen mit. &bdquo;Wir fangen handelnd an &ndash; wir tun es. Lernen mit Herz, Hirn und Hand&ldquo;, lautet die Devise, denn &bdquo;nur &uuml;ber das Tun k&ouml;nnen wir verstehen&ldquo;. Der enge Kontakt zwischen Lehrern und Eltern ist ihr wichtig. In langen Gespr&auml;chen ohne Zeitdruck werden gemeinsam die Ziele in Bereichen wie Sprache oder Selbstbewusstsein festgelegt, auf die dann auch zuhause das Augenmerk gelegt wird. &bdquo;Jedes Kind hat einen individuellen F&ouml;rderplan f&uuml;r sich&ldquo;.</p>
<p><strong>Rapider Leistungsabfall</strong></p>
<p>Bei Benjamin, dem Sohn von Irene Eisemann, wurden schon durch die Fr&uuml;hf&ouml;rderung Defizite festgestellt. Trotzdem besuchte er zun&auml;chst auf der Regelschule. &bdquo;An Weihnachten haben wir gemerkt, dass es nicht vorw&auml;rts geht&ldquo;. Benjamin erz&auml;hlte, dass der Lehrer herumbr&uuml;llt und Strafarbeiten verteilt. Ein Gespr&auml;ch mit dem Lehrer bringt keine Verbesserung, im Gegenteil, vor Ostern gingen die Leistungen rapide nach unten. Die t&auml;glichen Hausaufgaben wurden zu einer &uuml;ber drei Stunden langen Qu&auml;lerei. Irene Eisemann telefonierte dann mit Ulrike Hahn, um einen Test zu vereinbaren.</p>
<p>Zum Schuljahreswechsel folgte bei ihm der Wechsel auf die Pestalozzi-Schule, die nun auch von seiner kleinen Schwester Marie besucht wird &ndash; allerdings diesmal ohne den Umweg &uuml;ber die Grundschule. &bdquo;Sie arbeitet schnell und zuverl&auml;ssig. Marie hat den kompletten Grundstock, den Benjamin nicht hatte&ldquo;, berichtet Irene Eisemann. &bdquo;Wir sind immer manchmal brav&ldquo;, beschreibt Marie selbst, wie es in der Diagnose- und F&ouml;rderklasse 2.2 zugeht, die sie besucht. Stolz zeigt sie die Ampel im Klassenzimmer, an der jedes Kind immer ablesen kann, ob im Moment alles o.k. ist.</p>
<p><strong>Was tut dem Kind gut?</strong></p>
<p>Anke Str&ouml;hm hat drei Kinder. Sie wei&szlig;, dass das F&ouml;rderzentrum berufliche Perspektiven &ouml;ffnet, denn ihr Sohn Lukas (20) hat inzwischen eine Ausbildung begonnen. Im Alter von dreieinhalb Jahren hatte er begonnen, zu epileptischen Anf&auml;llen zu neigen. Da er ansonsten unauff&auml;llig war, kam er ganz normal in die Schule und kam in der 1. Klasse gut zurecht. Doch schon in der 2. Klasse hatte er gro&szlig;e Defizite. Zu jeder Tages- und Nachtzeit bekam er Nasenbluten bei Stress. Der Kinderarzt war es dann, der Anke Str&ouml;hm riet, sich an das F&ouml;rderzentrum zu wenden. Mit Ulrike Hahn kl&auml;rte sie die erforderlichen Schritte ab und lie&szlig; Lukas testen. &bdquo;Wiederholen oder wechseln?&ldquo; lautete die Frage und die Antwort ergab sich aus einer anderen Frage: &bdquo;Was tut dem Kind gut?&ldquo;</p>
<figure id="attachment_46605" aria-describedby="caption-attachment-46605" style="width: 357px" class="wp-caption alignright"><a href="https://fraenkischer.de/app/uploads/2018/09/Ansbach_JHPestalozzischule_Eltern-e1536228199283.jpg" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="follow"><img loading="lazy" class="wp-image-46605 size-publisher-md" src="https://fraenkischer.de/app/uploads/2018/09/Ansbach_JHPestalozzischule_Eltern-357x210.jpg" alt="" width="357" height="210"/></a><figcaption id="caption-attachment-46605" class="wp-caption-text">Thomas Birkmeier, Irene Eisemann, Sabine Birkmeier, Bettina Ortner-Laczi und Anke Str&ouml;hm haben sich die Entscheidung f&uuml;r das Sonderp&auml;dagogische F&ouml;rderzentrum als Schule f&uuml;r ihre Kinder nicht leicht gemacht. Schulleiterin Ulrike Hahn (rechts) ber&auml;t sie mit ihrem Team. Foto: Diakonie Neuendettelsau</figcaption></figure>
<p>Vor den Ferien kam Lukas zum Schnuppern an die Pestalozzi-Schule. Dort gefiel ihm, dass beim Morgenkreis alle am Boden sitzen. &bdquo;An der Grundschule war es nicht leicht f&uuml;r ihn&ldquo;, meint seine Mutter. &bdquo;Er hatte immer das Gef&uuml;hl, sich wehren zu m&uuml;ssen. Als er hier gemerkt hat, dass er das gar nicht braucht, ging es ihm gut und er konnte schlie&szlig;lich auch seinen Abschluss machen&ldquo;. Heute ist er nicht nur mitten in der Ausbildung zum Schreiner, sondern hat auch seinen F&uuml;hrerschein gemacht. &bdquo;Nach der Schule hat nie einer gefragt, ob er seinen Abschluss an einem F&ouml;rderzentrum gemacht hat&ldquo;, berichtet sie weiter. Sein j&uuml;ngerer Bruder Kevin wurde nach der Schuleingangsuntersuchung gleich an der Pestalozzi-Schule eingeschult.</p>
<p>Schwester Nina startete hingegen erfolgreich an der Grundschule, entwickelte aber gegen Ende der 2. Klasse eine Epilepsie. Zwar konnte die Krankheit medikament&ouml;s eingestellt werden, aber es gab einen Leistungsabfall und das M&auml;dchen resignierte. &bdquo;Warum soll ich lernen? Es wird doch eh wieder ein Sechser&ldquo;, klagte sie. Nach einem Test ist sie nun seit den Osterferien am F&ouml;rderzentrum. &bdquo;Es geht einem ja auch selbst schlecht, wenn es dem Kind schlecht geht&ldquo;, erkl&auml;rt Anke Str&ouml;hm.</p>
<p><strong>Viel Unsinn wird erz&auml;hlt</strong></p>
<p>Sabine und Thomas Birkmeier finden es wichtig, dass man sich bei der Entscheidung nicht von au&szlig;en reinreden l&auml;sst. &bdquo;Es ist v&ouml;lliger Bl&ouml;dsinn, dass hier nur die sind, die durchs Netz fallen&ldquo;. Im Zweifel m&uuml;sse man den sozialen Druck aushalten, wenn ein solcher &bdquo;Quatsch&ldquo; erz&auml;hlt wird.</p>
<p>Trotzdem kann der Wechsel Probleme mit sich bringen. Irene Eisemann erz&auml;hlt, dass ihr Sohn seine Freunde, die weiter auf der Regelschule waren, nach dem Wechsel kaum noch sah. Sie lud dann alle zum Grillen im Garten ein und Benjamin hat heute noch guten Kontakt zu seinen fr&uuml;heren Schulkameraden. Auch Anke Str&ouml;hm meint, dass es mit an den Eltern liegt, ob die Kinder in Kontakt bleiben.</p>
<p><strong>Tipps f&uuml;r betroffene Eltern</strong></p>
<p>Ulrike Hahn wei&szlig; von ihren Erfahrungen im Mobilen Sonderp&auml;dagogischen Dienst, dass in vielen F&auml;llen Opas und Tanten reinreden. Ausl&auml;ndische Eltern kennen nach ihren Worten h&auml;ufig das System F&ouml;rderschule gar nicht. Manche Kinderg&auml;rten und Schulen geben Informationen und Termine nicht weiter. Wenn sich bei einem Kind ein F&ouml;rderbedarf abzeichnet, r&auml;t sie dazu, sich bei einer Besichtigung ein eigenes Bild von der Johann-Heinrich-Pestalozzischule zu machen, das Kind testen zu lassen und ein unverbindliches Gespr&auml;ch zu suchen. Auf dieser Grundlage kann dann eine gemeinsame Entscheidung getroffen werden.</p>
<blockquote><p>&bdquo;Eltern sp&uuml;ren im Herzen, was gut f&uuml;r ihr Kind ist&ldquo;, ist Ulrike Hahn &uuml;berzeugt. Sie sollten Kinder nicht &bdquo;auf Biegen und Brechen&ldquo; in der Regelschule lassen und sich auch nicht von sozialem Druck beeinflussen lassen. &bdquo;Wir beraten nur, die Eltern entscheiden&ldquo;, sagt Hahn weiter. &bdquo;Das Kind zerrei&szlig;t es, wenn die Eltern nicht hinter der Entscheidung stehen&ldquo;. Hilfreich kann es sein, mit anderen Eltern zu sprechen, die ein Kind am F&ouml;rderzentrum haben.</p></blockquote>
<p>Anke Str&ouml;hm versucht bewusst, ihre Erfahrungen weiterzugeben, denn in der Zeit der Entscheidung war es ihr selbst ebenfalls wichtig, eine Gespr&auml;chspartnerin zu haben: &bdquo;Eltern glauben anderen Eltern mehr als Lehrern&ldquo;.</p>
<p><em><strong>Infokasten: Wie l&auml;uft ein Test ab?</strong></em></p>
<p><em>Die Mitarbeiter des Mobilen Sozialp&auml;dagogischen Dienstes sehen sich das Kind zun&auml;chst eingebunden in die Klasse im Unterricht an. Schulleistungen spielen bei der Einsch&auml;tzung ebenso eine Rolle wie die Frage, ob das Kind &auml;ngstlich oder selbstbewusst agiert. In die ausf&uuml;hrliche Diagnostik flie&szlig;en die Erkenntnisse von Eltern, Lehrern und Therapeuten ein. Das Ergebnis ist offen. Wenn kein sonderp&auml;dagogischer F&ouml;rderbedarf besteht, kann durchaus eine Empfehlung f&uuml;r die Regelschule ausgesprochen werden. Die Entscheidung &uuml;ber den weiteren schulischen Weg ihres Kindes treffen aber stets die Eltern.</em></p>
<p>Quelle: Diakonie Neuendettelsau</p>]]></content:encoded>
					
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