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	<title>Verleihung des Frankenwürfels &#8211; fränkischer.de</title>
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	<description>Online Nachrichten-Magazin für Stadt und Landkreis Ansbach</description>
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	<title>Verleihung des Frankenwürfels &#8211; fränkischer.de</title>
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		<title>Verleihung des Frankenwürfels an Hans Maurer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion Allgemein]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 19:29:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Maurer]]></category>
		<category><![CDATA[Verleihung des Frankenwürfels]]></category>
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					<description><![CDATA[<div style="margin-bottom:20px;"><img width="1920" height="1440" src="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2018/11/20190022/IMG_5012-e1542733511379.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" /></div>Laudatio von Dr. Thomas Bauer, Regierungspr&#228;sident von Mittelfranken Ein Botschafter ist der Repr&#228;sentant seines Landes in einem Gastland, um dort die Interessen des Landes zu vertreten und gute Beziehungen zu pflegen. Der Bedeutung seines Amtes entsprechend, wird er &#252;blicherweise mit &#8222;Exzellenz&#8220; angeredet. Begr&#252;&#223;en Sie heute mit mir und einem donnernden Applaus unseren neuen mittelfr&#228;nkischen Gew&#252;rfelten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="margin-bottom:20px;"><img width="1920" height="1440" src="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2018/11/20190022/IMG_5012-e1542733511379.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" loading="lazy" /></div><h4>Laudatio von Dr. Thomas Bauer, Regierungspr&auml;sident von Mittelfranken</h4>
<p><strong>Ein Botschafter ist der Repr&auml;sentant seines Landes in einem Gastland, um dort die Interessen des Landes zu vertreten und gute Beziehungen zu pflegen. Der Bedeutung seines Amtes entsprechend, wird er &uuml;blicherweise mit &bdquo;Exzellenz&ldquo; angeredet. Begr&uuml;&szlig;en Sie heute mit mir und einem donnernden Applaus unseren neuen mittelfr&auml;nkischen Gew&uuml;rfelten und langj&auml;hrigen fr&auml;nkischen Botschafter in M&uuml;nchen, &bdquo;Seine Exzellenz&ldquo;, Hans Maurer!</strong></p>
<p>Das Amt eines fr&auml;nkischen Botschafters wurde Hans Maurer nicht in die Wiege gelegt. Geboren wurde er als Kind eines Landwirts. Dementsprechend schien sein beruflicher Weg vorherbestimmt. Nach acht Jahren Volksschule schloss er einen Lehrvertrag mit den eigenen Eltern, besuchte als sog. &bdquo;Wintersch&uuml;ler&ldquo; die Landwirtschaftsschule in Ansbach und sp&auml;ter drei Jahre lang die H&ouml;here Ackerbauschule in Triesdorf.</p>
<p>In dieser Zeit begann auch eine gro&szlig;e und Jahrzehnte andauernde Liebe. Er ist ein &bdquo;Glubberer&ldquo;, wahrscheinlich einer der &auml;ltesten und treuesten Fans. Bereits zwei Jahre nach Kriegsende vers&auml;umte er kein einziges Heimspiel der N&uuml;rnberger und radelte mit anderen Jungs an jedem Heimspiel-Sonntag zum Stadion, immerhin schlappe 40 Kilometer und zwei Stunden einfach, ohne 21-Gang-Rennmaschine und High-Tech-Funktionskleidung. Hier investierte er jedes Mal ein Zehnerl f&uuml;r den Eintritt und wurde schon 1948 damit belohnt, dass der Club im KO-System gegen Kaiserslautern mit 2 zu 1 den deutschen Meistertitel holte. Das k&ouml;nnen sich heute manche gar nicht mehr vorstellen, in Zeiten, in denen die Artikel wie folgt dekliniert werden:</p>
<ul>
<li>der Glub</li>
<li>die Glubberer</li>
<li>das Elend</li>
</ul>
<p>Aber zur&uuml;ck zur Vita von Hans Maurer: Der Strukturwandel in der Landwirtschaft zeichnete sich bereits ab und so begann Hans Maurer im Jahr 1954 das Studium zum landwirtschaftlichen Berufschullehrer in M&uuml;nchen. Ab 1959 war er als Berufsschullehrer in Ansbach, Wei&szlig;enburg, Uffenheim und Triesdorf t&auml;tig und hatte &ndash;&nbsp;scheinbar&nbsp;&ndash; seinen krisensicheren Beruf gefunden.</p>
<p>Scheinbar &ndash; denn dann fehlten pl&ouml;tzlich die Landwirtschaftssch&uuml;ler und er sah sich gezwungen, sich erneut auf die Schulbank zu setzen. Zwei Jahre an der P&auml;dagogischen Hochschule in M&uuml;nchen folgten, dann war er wohlbestallter Volksschullehrer, kam 1963 an die Volksschule nach <a class="wpg-linkify" href="https://frank-clone.novo-peak.it/glossar/schalkhausen/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Schalkhausen</a> bei Ansbach, deren Schulleiter er zwei Jahre sp&auml;ter wurde.</p>
<p>Ein wendiger Mensch wie Hans Maurer begn&uuml;gt sich aber nicht mit einem Berufsleben als Lehrer und Schulleiter. Die Politik reizte ihn, weil er etwas f&uuml;r die Menschen bewirken wollte. 1961 gr&uuml;ndete er zusammen mit Gleichgesinnten den JU-Kreisverband, am <a class="wpg-linkify" href="https://frank-clone.novo-peak.it/glossar/6-oktober/" target="_blank" data-wpel-link="internal">6. Oktober</a> 1961. Das ist der Tag, an dem nach den beiden T&ouml;chtern sein Sohn Stefan das Licht der Welt erblickte. Ob die Verbandsgr&uuml;ndung am Geburtstag des Sohnes die volle Zustimmung seiner Ehefrau gefunden hat, ist nicht &uuml;berliefert, aber wir k&ouml;nnen uns die Antwort wohl vorstellen.</p>
<p>1970 endete die Karriere als Schulleiter, Hans Maurer wurde in den Bayerischen Landtag gew&auml;hlt und wirkte dort in unterschiedlichen Funktionen. Im Herbst 1986 wurde er Staatssekret&auml;r im Kultusministerium, nur 11 Monate sp&auml;ter Staatssekret&auml;r im Landwirtschaftsministerium. Im Jahr 1990 folgte dann der Sprung an die Spitze des Hauses, er wurde Landwirtschaftsminister und nahm dieses Amt drei Jahre lang wahr. 1998, nach seinem 65. Geburtstag, kandidierte er nicht mehr f&uuml;r den Landtag. Er sagt, er wollte nicht, dass es irgendwann hei&szlig;t: &bdquo;Wann geht er na endlich?&ldquo;, sondern: &bdquo;Schad, dass er geht&hellip;&ldquo;.</p>
<p>Mit dem geplanten Ruhestand wurde es dennoch nichts: Trotz bereits zahlreicher Ehren&auml;mter und Funktionen wurde er &bdquo;&uuml;berredet&ldquo; Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Landesstiftung zu werden, sein wohl einflussreichstes Amt. Er blieb 11 Jahre in diesem Amt und weilte so weiterhin drei Tage pro Woche fern der Familie in M&uuml;nchen. Damit fast ein halbes Jahrhundert im &bdquo;feindlichen Ausland&ldquo;, in Altbayern, hat ihn diese Zeit aber nicht ver&auml;ndern k&ouml;nnen. Zutiefst mit seiner fr&auml;nkischen Heimat verbunden war und ist er bis heute ein fr&auml;nkisches Urgestein und wahrer Botschafter Frankens im Restbayern geblieben.</p>
<p>In all diesen Jahren hatte Hans Maurer stets ein offenes Haus und ein offenes Herz f&uuml;r die Sorgen und N&ouml;te seiner Mitb&uuml;rger. Seinen Mitb&uuml;rgern trat er dabei oft mit feinsinnigem Humor entgegen, in der &Ouml;ffentlichkeit bewies er sein kabarettistisches Talent. Er ist ein begnadeter Witzeerz&auml;hler mit einem schier unersch&ouml;pflichen Repertoire, er moderierte u. a. mehr als zehn Jahre die Thanner Kirchweih und selbst bei Vortr&auml;gen &uuml;ber scheinbar so ernste Themen wie z.B. den Deutschen Bundespr&auml;sidenten oder das Jubil&auml;umsjahr &bdquo;100 Jahre Freistaat Bayern&ldquo; macht Hans Maurer die staubtrockensten Themen zu &auml;u&szlig;erst heiteren Angelegenheiten. Bei all dem hilft ihm nicht nur sein grenzenloser Witze-Vorrat, sondern auch sein ph&auml;nomenales Ged&auml;chtnis f&uuml;r Lieder, Gedichte und Jahreszahlen. Ein Beispiel: bei dem Vortrag &bdquo;Humor ist, wenn man trotzdem lacht!&ldquo; berichtete Hans Maurer von schlagfertigen und humorvollen Menschen, z. B. von Reichskanzler Otto von Bismarck. Den fragte einst ein Abgeordneter: &bdquo;Herr Bismarck, ich habe geh&ouml;rt, dass Sie demn&auml;chst nach Afrika reisen wollen.&ldquo; Darauf antwortete Bismarck: &bdquo;Ja, auf dem R&uuml;cken des Kamels, das das Ger&uuml;cht in die Welt gesetzt hat.&ldquo;</p>
<p>Bei Ihren Vortr&auml;gen, lieber Hans Maurer, wird immer viel und herzlich zusammen gelacht. Sie verstehen es eben, Ihre Zuh&ouml;rer humorvoll zu unterhalten, sie sind witzig, aber nicht auf eine &bdquo;krachlederne&ldquo; Art und Weise. Und so bin ich mir sicher: Wenn alles nicht geklappt h&auml;tte, nicht die Karriere als Landwirt, als Lehrer und als Politiker: als pr&auml;chtiger, witziger Unterhalter, neudeutsch: Entertainer, h&auml;tten Sie, lieber Herr Maurer, ganz bestimmt auch Karriere gemacht.</p>
<p>Trotz aller Verdienste und F&auml;higkeiten ist Hans Maurer ein bescheidener Mensch geblieben. Er ist ausgezeichnet worden mit dem Bundesverdienstorden in drei Stufen, dem Bayerischen Verdienstorden, der Bayerischen Verfassungsmedaille und sogar mit dem Bayerischen Bierorden, er ist Ehrenb&uuml;rger von Ansbach und von <a class="wpg-linkify" href="https://frank-clone.novo-peak.it/glossar/adelshofen/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Adelshofen</a> und Ehrenmitglied zahlreicher Institutionen. Auf die Anfrage, ob er denn den Frankenw&uuml;rfel annehmen w&uuml;rde, antwortete er dennoch vor einigen Wochen in typischer &bdquo;Maurer-Manier&ldquo;: &bdquo;Braucht&acute;s das? Bin ich wirklich w&uuml;rdig?&ldquo;. F&uuml;r mich eine sehr sympathische Reaktion, zumal sich im weiteren Gespr&auml;ch &uuml;ber Ordens- und Auszeichnungsangelegenheiten sofort wieder ein passender Witz anschloss, der auch wieder etwas &uuml;ber den Ordenstr&auml;ger Hans Maurer aussagt:</p>
<blockquote><p>&bdquo;In der M&uuml;nchner Prinzregentenstra&szlig;e wird ein Mann &uuml;berfallen. Die herbeigeeilten Polizisten befragen das Opfer: &bdquo;Wie sah der T&auml;ter denn aus? War er gro&szlig; oder klein?&ldquo; &bdquo;Wei&szlig; ich nicht, es ist doch so schnell gegangen.&ldquo; &bdquo;War er dick oder d&uuml;nn?&ldquo; &bdquo;Konnte ich nicht erkennen, es war doch dunkel.&ldquo; &bdquo;Hat er ein Bundesverdienstkreuz getragen?&ldquo; &bdquo;Nein, da bin ich mir sicher.&ldquo; &bdquo;Dann haben wir ihn gleich!&ldquo;</p></blockquote>
<p>Dieser Witz hat nat&uuml;rlich nur G&uuml;ltigkeit f&uuml;r eine l&auml;ngst vergangene Zeit, als Auszeichnungen noch etwas gro&szlig;z&uuml;giger als heute verliehen worden sind.</p>
<p>Ja, lieber Herr Maurer: Wir meinen schon, dass Sie den &bdquo;fr&auml;nkischen Oscar&ldquo;, den Frankenw&uuml;rfel, &bdquo;brauchen&ldquo;, seiner w&uuml;rdig sind und die drei &bdquo;W&acute;s&ldquo; aufs Vortrefflichste erf&uuml;llen: Sie sind wendig, witzig und widerspr&uuml;chlich. Noch besser charakterisieren den Menschen Hans Maurer aber wohl noch drei andere &bdquo;W&ldquo;s: warmherzig, wohlwollend und wertsch&auml;tzend. Das ist vielleicht wiederum auch nicht die allerschlechteste Einstellung und Strategie, um in diesem &bdquo;zusammengew&uuml;rfelten Gebilde Franken&ldquo;, &bdquo;dem Wirrwarr des V&ouml;lkertiegels, in dem Mosaik der Landschaften und der Willk&uuml;r der Gebietsaufteilungen&ldquo;, wie es das Statut zum Frankenw&uuml;rfel so trefflich beschreibt, etwas zu erreichen und die Heimat als &bdquo;Botschafter Frankens&ldquo; in M&uuml;nchen voranzubringen.</p>
<p><strong>Und so will ich frei nach Adenauer enden:</strong> Lieber Herr Maurer: &bdquo;Sie sind gelobt worden, aber Sie haben es sich auch verdient!&ldquo; Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch und herzlich willkommen im Kreise der Alt- und Neugew&uuml;rfelten!</p>
<p>Quelle: Regierung von Mittelfranken</p>]]></content:encoded>
					
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