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	<title>Wolfram-von-Eschenbach-Preisträger &#8211; fränkischer.de</title>
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	<description>Online Nachrichten-Magazin für Stadt und Landkreis Ansbach</description>
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	<title>Wolfram-von-Eschenbach-Preisträger &#8211; fränkischer.de</title>
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		<title>Wolfram-von-Eschenbach-Preisträger 2011 Ludwig Fels verstorben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion Allgemein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 07:56:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bezirk Mittelfranken]]></category>
		<category><![CDATA[Wolframs-Eschenbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Wolfram-von-Eschenbach-Preisträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<div style="margin-bottom:20px;"><img width="1280" height="854" src="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" srcset="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3.jpg 1280w, https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3-300x200.jpg 300w, https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3-1024x683.jpg 1024w, https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3-450x300.jpg 450w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></div>Bezirk Mittelfranken, 12.01.2021 &#8211; Am gestrigen Montag, den 11. Januar 2021 verstarb nach Meldung auf der Facebook-Seite des Bezirk Mittelfrankens in Wien der Wolfram-von-Eschenbach-Preistr&#228;ger 2011, Ludwig Fels (1946 Treuchtlingen &#8211; 2021 Wien). Aus diesem Anlass hier nochmals die Laudatio auf den Preistr&#228;ger, gehalten von Angela Baumann in Wolframs-Eschenbach am 4.10.2011: &#8222;Es begann 1973 mit dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="margin-bottom:20px;"><img width="1280" height="854" src="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" loading="lazy" srcset="https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3.jpg 1280w, https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3-300x200.jpg 300w, https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3-1024x683.jpg 1024w, https://fraenkischer-media.s3.eu-central-1.amazonaws.com/files/2017/04/09004547/WEP3-450x300.jpg 450w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></div><div class="kvgmc6g5 cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql ii04i59q">
<div dir="auto"><strong>Bezirk Mittelfranken, 12.01.2021 &ndash; Am gestrigen Montag, den <a class="wpg-linkify" href="https://frank-clone.novo-peak.it/glossar/11-januar/" target="_blank" data-wpel-link="internal">11. Januar</a> 2021 verstarb nach Meldung auf der Facebook-Seite des Bezirk Mittelfrankens in Wien der Wolfram-von-Eschenbach-Preistr&auml;ger 2011, Ludwig Fels (1946 Treuchtlingen &ndash; 2021 Wien).</strong></div>
<h4 dir="auto"></h4>
<h4 dir="auto">Aus diesem Anlass hier nochmals die Laudatio auf den Preistr&auml;ger, gehalten von Angela Baumann in <a class="wpg-linkify" href="https://frank-clone.novo-peak.it/glossar/wolframs-eschenbach/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Wolframs-Eschenbach</a> am 4.10.2011:</h4>
<div dir="auto"></div>
</div>
<div class="o9v6fnle cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql ii04i59q">
<div dir="auto">&bdquo;Es begann 1973 mit dem F&ouml;rderpreis der Stadt N&uuml;rnberg, da war Ludwig Fels gerade mal 27 Jahre alt. In den fast vier Jahrzehnten bis heute wird er immer wieder f&uuml;r seine sprachm&auml;chtige Literatur ausgezeichnet. Aber wie man so sch&ouml;n sagt, das war ihm nicht an der Wiege gesungen worden, an der ohnehin keine gute Fee stand.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Seine Kindheit und seine Jugend waren eher tr&uuml;be, die ber&uuml;chtigte Chancenlosigkeit vorprogrammiert: Volksschule, abgebrochene Malerlehre und von da an verschiedene Hilfs- und Gelegenheitsjobs, in deren Verlauf und &uuml;ber sie begann er zu schreiben.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">In seinem vorerst letzten Roman &bdquo;Die Parks von Palilula&ldquo; beschw&ouml;rt er nahezu gebetsm&uuml;hlenhaft den rettenden Einfluss seiner Frau Rosi, die er sehr fr&uuml;h heiratete und die ich hier ausdr&uuml;cklich begr&uuml;&szlig;en m&ouml;chte.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Gemeinsam arbeiteten sie sich aus der Misere heraus, verga&szlig;en sie aber nie und lie&szlig;en sich nicht von einer Gesellschaft vereinnahmen, der im Grunde jegliche Moral verloren gegangen ist. Dazu geh&ouml;rt auch der Buchmarkt mit Hundert Tausenden von B&uuml;chern, die den Anspruch an Literatur ad absurdum f&uuml;hren: zwischen zwei Buchdeckeln sollte eben kein leeres Stroh gedroschen werden. Was Wunder, dass engagierte Autoren wie Ludwig Fels niemals zu Reichtum, nicht einmal zu Wohlstand kommen.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Was bewegt Preisverleiher und Jurys &uuml;ber vier Jahrzehnte Ludwig Fels auszuzeichnen? Im Falle des Wolfram von Eschenbach Kulturpreises geht es zuerst um den Bezug zu Franken und darum, dass der Preistr&auml;ger ein w&uuml;rdiger Botschafter Frankens weit &uuml;ber seine Grenzen hinaus ist. Das ist die Voraussetzung, und es gibt unglaublich viele Franken, die diese Kriterien erf&uuml;llen. Worum geht es speziell bei Ludwig Fels?</div>
<div dir="auto">So viele B&uuml;cher er geschrieben hat, sein Thema &auml;ndert sich nicht. Wie der Rufer in der W&uuml;ste fordert er Geh&ouml;r f&uuml;r die vermeintlichen Versager, die Benachteiligten, Ausgebeuteten und Verzweifelten. Die thail&auml;ndische Kinderprostituierte, die Asylantin wie der schwarze Kammerdiener am Wiener Hof, alle sind Au&szlig;enseiter, diskriminiert und in ihrer W&uuml;rde verletzt. Fels demaskiert ihre Peiniger, die mehr oder minder subtil ihre fragw&uuml;rdige Macht ausspielen. Dem Leser, H&ouml;rer und Theaterbesucher stellt Ludwig Fels die immer gleiche Frage: bist Du korrumpierbar? Wie sind die Strukturen Deines Denkens, F&uuml;hlens und Handelns und solltest Du sie &auml;ndern?</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Selbstverst&auml;ndlich erweist sich ein solches Anliegen einen B&auml;rendienst, wenn sich Form und Inhalt nicht auf gleichem Niveau befinden. Auch die Sprache von Ludwig Fels entlarvt die vielen leeren Worth&uuml;lsen, an die wir uns gew&ouml;hnt haben.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Hinter sprachlicher Unverbindlichkeit steckt eben auch eine inhumane allgemeine Unverbindlichkeit, die sich nicht um das Leid in der Welt k&uuml;mmern mag. Ludwig Fels setzt der immer mehr grassierenden Gier etwas entgegen, das uns anr&uuml;hrt wie das verlorene Paradies: Sehnsucht.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Sehnsucht nach einer besseren Welt, Sehnsucht nach Liebe, nach Gott und sich selbst.</div>
<div dir="auto">Ein Paradiessucher. Er beschreibt es ganz konkret als wilden Garten und sucht diesen, um ihn zu verschenken. Selbst bewohnen will er das Paradies auf gar keinen Fall. So schlimm das klingt: &bdquo;Schreiben, das ist ungef&auml;hr so, als w&uuml;rde man, im Ozean untergehend verdursten&ldquo;, missen m&ouml;chte er diese Lebensbedrohung nicht. &bdquo;Die Arbeit am Schreibtisch macht mich anf&auml;llig f&uuml;r Sekundensuizide&ldquo;. Klingt ein bisschen nach Sucht und ist sicher eine.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">An den jungen Fels denkend dr&auml;ngt sich mir ein Wort aus der Familie Thomas Mann auf: die Zornewut. Ein w&uuml;tender junger Mann, gegen Konventionen, Ungerechtigkeit jeder Art, leeres Geschw&auml;tz antobend und nicht zuletzt gegen sich selbst. Dabei &ndash; so seltsam es klingt &ndash; ein Optimist, ein Gl&uuml;ckssucher.</div>
<div dir="auto">Um es suchen zu k&ouml;nnen, muss man an das Gl&uuml;ck glauben. Wir wissen ja, dass es nur in ganz kleinen Einheiten zu haben ist, Goldk&ouml;rnchen, die nur unter h&ouml;chster Aufmerksamkeit aus taubem Sand zu waschen sind. Und obwohl er immer nach nennenswerten Barren zu suchen scheint, wei&szlig; gerade Ludwig Fels, dass Degussa drauf st&uuml;nde, falls man sie f&auml;nde.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Gl&uuml;cksmomente allerdings muss es einige gegeben haben im Leben des Ludwig Fels: schon im Jahre 1979 folgt der Leonce und Lena Preis und der der SWR Bestenliste. Ein Senkrechtstarter, zun&auml;chst festgelegt auf das Genre &bdquo;Literatur der Arbeitswelt&ldquo;, aus dem er sich nur langsam befreien kann. Grob gesagt folgt in jedem Jahr eine Ver&ouml;ffentlichung, darunter so bekannte Titel wie:</div>
<div dir="auto">Die S&uuml;nden der Armut, Ich war nicht in Amerika, Vom Gesang der B&auml;uche, der Roman Ein Unding der Liebe, der verfilmt wurde, Kanakenfauna usw.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">In Franken las Ludwig Fels in letzter Zeit sowohl aus seinem Mister Joe, als auch aus Der Reise zum Mittelpunkt des Herzens. Neben der Prosa d&uuml;rfen wir die Poesie nicht vergessen, die sowohl die Prosa als auch die Lyrik durchdringt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Er schrieb um die 20 H&ouml;rspiele und acht Theaterst&uuml;cke, wovon wir alle L&auml;mmermann kennen, Der Affenm&ouml;rder und Lieblieb.Ludwig Fels wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Falladapreis, dem Villa Massimo Stipendium, Stadtschreiberaufenthalten in Bergen und Otterndorf, dem Elias Canettipreis und zuletzt dem Preis der Wilhelm und Christine Hirschmann Stiftung in Treuchtlingen.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto">Wer ihn kennt, wei&szlig; um sein problematisches Verh&auml;ltnis zur Heimat. Vielleicht hat es seine Wurzeln in dem Verdacht, die Heimat habe zu ihm kein rechtes Verh&auml;ltnis. So lange Ludwig Fels nun schon in Wien lebt, so oft muss er zur&uuml;ck nach Franken, um Lesungen zu halten oder Preise entgegen zu nehmen und er scheint langsam fortschreitend, wie bei echten Franken &uuml;blich, seine Heimat zu m&ouml;gen.</div>
<div dir="auto">Wer Ludwig Fels heute ist, kann in seinem eindringlichen neuen Roman: &bdquo;Die Parks von Palilula&ldquo; nachgelesen werden.</div>
<div dir="auto">Er scheint gem&auml;&szlig;igter im Vergleich zu fr&uuml;her. &Uuml;ber seinem letzten Buch liegt wie das Sfumato bei Leonardo ein Schleier von Melancholie, wenn nicht gar Resignation obwohl er uns wieder einmal drastisch vor Augen f&uuml;hrt, wie Ungl&uuml;ck gemacht wird. Ein Stoiker wird er nie werden, sein Herz an etwas oder jemanden zu h&auml;ngen macht selten gl&uuml;cklich, aber es h&auml;lt lebendig.</div>
<div dir="auto">Ludwig Fels ist kein bequemer Schriftsteller, aber wer braucht die schon? Er ist aus Franken, aber kein fr&auml;nkischer Schriftsteller so wenig, wie ein Vertreter der Literatur der Arbeitswelt. Er passt in keine Schublade und er ist sich in den letzten 40 Jahren treu geblieben. Ich kann nur raten, lesen Sie ihn, er &ouml;ffnet einem die Augen f&uuml;r viele Dinge, die im Argen liegen und an denen wir vielleicht das eine oder andere &auml;ndern sollten.&ldquo;</div>
<div dir="auto">
<hr>
<p>Quelle: Bezirk Mittelfranken</p></div>
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